Zusammenarbeit und kommerzielle Bedingungen

Diese Seite beschreibt, wie eine Anfrage bei HC abläuft, welche Angaben wir für eine belastbare Rückmeldung brauchen und welche Bedingungen fest gelten. Wo eine Regel vom Projekt abhängt, steht das ausdrücklich dabei. Wir nennen keine Pauschalwerte, die wir im Einzelfall nicht halten können.

Ablauf von der Anfrage bis zur Serienlieferung

Schritt Phase Was in dieser Phase geklärt wird
1 Anfrage Werkstoff, Zeichnung, Toleranz, Stückzahl und das konkrete Bearbeitungsproblem.
2 Machbarkeit Fertigungsverfahren, Werkzeugkonzept, Risiken und fehlende Angaben.
3 Angebot und Konditionen Musterkosten, Mindestmenge, Lieferzeit, Zahlung und Versandweg.
4 Muster oder Vorserie Prüfmerkmale, Messmethode und das Vorgehen, wenn ein Merkmal nicht erreicht wird.
5 Kundenfreigabe Anwendungstest auf Ihrer Maschine, mit Ihrem Werkstoff und Ihrer Aufspannung.
6 Serie und Wiederholung Losgrößen, Qualitätsunterlagen, Nacharbeit, Nachbestellung und Änderungsverfahren.

Die Schritte 1 bis 3 laufen ohne Verpflichtung. Ein Auftrag entsteht erst mit Ihrer schriftlichen Bestellung auf Basis eines Angebots. Die Zuständigkeit ist dabei geteilt: Wir entscheiden über Fertigungsverfahren und Werkzeugkonzept, Sie entscheiden über die Serienfreigabe nach dem Anwendungstest.

Welche Angaben wir für eine belastbare Rückmeldung brauchen

  • Werkstoff mit Normbezeichnung, Zustand und Härte – nicht nur „Aluminium“ oder „Stahl“.
  • Zeichnung mit Nenndurchmesser, Toleranz, Passung und den zu prüfenden Merkmalen.
  • Stückzahl je Los und die erwartete Wiederholhäufigkeit.
  • Maschine, Aufnahme und Kühlung, weil sie die erreichbare Standzeit und Oberfläche begrenzen.
  • Das konkrete Problem, falls es eines gibt: Bruch, Maßabweichung, Rattermarken, Grat, Werkzeugstandzeit.

Für eine erste Einschätzung genügt oft weniger als eine vollständige Zeichnung. Wie wir mit Zeichnungen umgehen, steht unter Vertraulichkeit und Zeichnungen.

Kommerzielle Bedingungen im Überblick

Die folgende Übersicht trennt feste Regeln von Bedingungen, die wir projektbezogen festlegen. Verbindlich wird eine Bedingung immer erst mit dem Angebot.

Bedingung Regel Verbindlichkeit
Musterkosten Muster werden berechnet. Bei einer anschließenden Serienbestellung rechnen wir 50 % des Musterpreises an. fest
Mindestmenge Standardwerkzeuge liefern wir ab Lager. Sonderwerkzeuge fertigen wir nach Kundenanforderung, auch als kleine Serie. fest
Lieferzeit Anfragen per E-Mail beantworten wir innerhalb von 12 Stunden mit einem Angebot. Erstmuster: rund 10 Tage bei Standardwerkzeugen, rund 30 Tage bei Sonderanfertigung. Wiederholbestellungen gehen schneller. fest, als Richtwert
Zahlung Die Zahlung ist bei Auftragserteilung vollständig fällig. fest
Versand und Incoterms Wir wählen den Versandweg nach Verfügbarkeit und Zielland; die schnellste verfügbare Verbindung hat Vorrang, Alternativen stimmen wir mit Ihnen ab. Incoterm und Gefahrenübergang stehen im Angebot. projektbezogen
Reklamation und Nacharbeit Wird die Ursache gemeinsam als Produktfehler bestätigt, arbeiten wir kostenfrei nach. Meldefrist, Nachweis und eine Ersatzlieferung legen wir im Angebot fest. Nacharbeit fest, Frist projektbezogen
Fehlversuch beim Muster Wir arbeiten an der Ursache mit. Anfallende Nacharbeit berechnen wir nach tatsächlichem Aufwand. projektbezogen
Werkzeuge, Formen und Zeichnungen Eigentum, Nutzungsumfang und eine Weitergabe von Werkzeugen, die nach Ihren Zeichnungen gefertigt werden, regeln wir schriftlich im Angebot oder in der Bestellung. projektbezogen

Was den Preis bestimmt

Der Preis eines Zerspanungswerkzeugs folgt nicht dem Durchmesser, sondern dem Aufwand, der nötig ist, um ein Merkmal sicher zu erreichen. Diese Faktoren bewegen den Preis am stärksten:

  • Schneidstoff: HSS, VHM oder PKD unterscheiden sich im Rohmaterial und in der Schleifbearbeitung deutlich.
  • Toleranz und Prüfaufwand: Eine engere Toleranz bedeutet mehr Messen und mehr Ausschussrisiko in der Fertigung.
  • Stückzahl: Sondergeometrie rechnet sich über das Los, nicht über das Einzelstück.
  • Geometrie: Stufen, Innenkühlung, Freiwinkel oder Sonderanschnitt erhöhen die Schleifzeit.
  • Dokumentation: Prüfprotokoll, Chargenzuordnung und Messblatt sind eigene Arbeitsschritte.

Für die Frage, ob ein Standardwerkzeug genügt oder eine Sonderanfertigung sinnvoll ist, hilft die Entscheidungshilfe Standardwerkzeug oder Sonderwerkzeug.

Muster, Freigabe und Serienstart

Ein Muster ist keine Serienfreigabe. Wir liefern ein Muster mit den vereinbarten Prüfmerkmalen; die Freigabe entsteht erst durch Ihren Anwendungstest. Drei Punkte sollten vor dem Musterlauf feststehen:

  1. Prüfmerkmale und die Messmethode, mit der sie geprüft werden.
  2. Bezugsgröße für die Standzeit: Gutbohrungen, Gutteile oder Standzeit in Minuten.
  3. Vorgehen bei Abweichung: Nacharbeit, Änderung der Vorbearbeitung oder Wechsel des Werkzeugkonzepts.

Wird ein Merkmal nicht erreicht, prüfen wir zuerst die Ursache statt das Werkzeug zu tauschen. Häufig liegt sie in der Vorbearbeitung, der Aufspannung, der Kühlung oder in einer Angabe, die beim Angebot noch nicht vorlag.

Vertraulichkeit und Zeichnungen

Zeichnungen behandeln wir vertraulich. Wer Zugriff hat, wo die Datei liegt, wie lange sie aufbewahrt wird und wie Sie die Löschung verlangen, steht unter Vertraulichkeit und Zeichnungen. Eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) ist vor dem Datentransfer möglich.

Nächster Schritt

Für eine technische Rückmeldung genügen Werkstoff, Toleranz, Stückzahl und – falls vorhanden – eine Zeichnung. Sie können die Anfrage ohne Zeichnung senden und die Datei später nachreichen.

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