Technischer Vergleich · Aluminiumfräsen

Aluminiumfräser unbeschichtet oder DLC-beschichtet

Inhaltlich verantwortlich: Kevin Zeng, Leiter Operations · Fachliche Prüfung: Jiack Liu, Leiter Technik · Stand: 20. Oktober 2026

Unbeschichtet bleibt sinnvoll, wenn Qualität und Standmenge erreicht werden. DLC ist ein Vergleichskandidat, wenn Anhaftungen trotz passender Geometrie, Schmierung und Spanabfuhr begrenzen.

Zwei VHM-Aluminiumfräser mit polierten Spannuten
HC-Produktabbildung zweier VHM-Aluminiumfräser. Die Aufnahme belegt weder einen bestimmten Beschichtungszustand noch eine Rauheit; Politur, Beschichtung und Eignung werden für die konkrete Referenz bestätigt.

Kurzantwort

Ein unbeschichteter Aluminiumfräser ist eine sinnvolle Wahl, wenn er die geforderte Maßhaltigkeit, Oberfläche und Standmenge im vorhandenen Prozess zuverlässig erreicht. Eine für die Anwendung geeignete DLC-Ausführung kommt als Vergleichskandidat infrage, wenn Materialanhaftungen die Bearbeitung begrenzen. Ob sich der Wechsel lohnt, entscheidet sich jedoch am Bauteil – unter dokumentierten Bedingungen.

Dabei gilt: Politur und Beschichtung sind keine Gegensätze. Ein Aluminiumfräser kann polierte Spannuten besitzen und zusätzlich DLC-beschichtet sein. Umgekehrt bedeutet „unbeschichtet“ nicht automatisch „poliert“. Hersteller wie Hoffmann und Mitsubishi führen entsprechende Kombinationen beziehungsweise beschichtete und unbeschichtete Ausführungen innerhalb ihrer Aluminiumfräser-Programme. www.hoffmann-group.com

Dieser Vergleich behandelt die Oberflächenausführung von VHM-Aluminiumfräsern. Die Auswahl der Zähnezahl, der Werkzeuglänge und der Bearbeitungsstrategie muss dazu passen, wird aber nicht durch die Beschichtungsentscheidung ersetzt.

So grenzen Sie die Auswahl ein:

  1. Werkstoff klären: Welche Aluminiumlegierung und welcher Zustand werden bearbeitet?
  2. Begrenzung erkennen: Geht es um Anhaftungen, Verschleiß, Spänestau, Ausbrüche oder eine nicht erreichte Bauteilqualität?
  3. Prozess prüfen: Erreichen Schmierung und Spanabfuhr die kritische Bearbeitungsstelle?
  4. Ausführungen vergleichen: Sind Geometrie, Schneidkante und Oberflächenbehandlung bekannt?
  5. Entscheidung absichern: Bestehendes Werkzeug beibehalten, Prozess korrigieren oder einen dokumentierten Vergleich durchführen.

Wie unterscheiden sich Politur und Beschichtung?

Politur und DLC-Beschichtung schließen sich nicht aus. Entscheidend ist die dokumentierte Ausführung des fertigen Werkzeugs.

Schematische Darstellung. Die Matrix zeigt zwei getrennte Merkmalsdimensionen, keine drei gegenseitig ausschließenden Werkzeugtypen. Sie macht keine Aussage zu Rauheit, Schichtdicke oder Leistung einer konkreten Referenz.

Unbeschichtet beschreibt den Beschichtungszustand

Bei einem unbeschichteten Fräser fehlt die zusätzliche Beschichtung. Die Bezeichnung sagt jedoch nicht, wie die Spannuten und Schneidflächen bearbeitet wurden.

Für einen belastbaren Vergleich reicht deshalb die Angabe „blank“ oder „unbeschichtet“ nicht aus. Fragen Sie zusätzlich, welche Flächen geschliffen, geglättet oder poliert sind und wie die Schneidkante präpariert wurde.

Auch ein glänzendes Produktfoto liefert keinen Nachweis für eine bestimmte Oberflächenrauheit. Ebenso lässt sich eine Beschichtung nicht allein anhand ihrer Farbe sicher bestimmen.

Poliert beschreibt die Behandlung bestimmter Flächen

Eine Politur betrifft eine definierte Werkzeugoberfläche. Bei Aluminiumfräsern sind insbesondere die Spannuten beziehungsweise Spanflächen relevant. Die Angabe „polierte Spannuten“ bedeutet nicht, dass sämtliche Werkzeugflächen oder die Schneidkante auf dieselbe Weise behandelt wurden.

Hoffmann beschreibt bei GARANT Master Alu polierte Spanräume zusammen mit DLC-Ausführungen. Auch Mitsubishi nennt bei ALIMASTER polierte Spannuten und DLC-beschichtete Varianten. Die praktische Auswahl lautet daher nicht „Politur oder DLC“, sondern: Welche Kombination aus Geometrie, Oberflächenzustand und Beschichtung passt zur Bearbeitung? www.hoffmann-group.com

AngabeWas sie beschreibtWas zusätzlich zu klären ist
UnbeschichtetWerkzeug ohne zusätzliche BeschichtungZustand von Spannuten, Spanflächen und Schneidkante
Polierte SpannutenOberflächenbearbeitung der benannten BereicheLage, Ausführung und Zustand am fertigen Werkzeug
DLC-beschichtetEine Beschichtung aus der DLC-FamilieKonkretes Schichtsystem, Anwendung und Schneidkantenpräparation
Poliert und DLC-beschichtetKombination von Oberflächenbearbeitung und BeschichtungBearbeitungsfolge und Eigenschaften des fertigen Werkzeugs

DLC ist keine vollständige Werkzeugspezifikation

DLC steht für diamond-like carbon. Die Bezeichnung allein legt weder die genaue Schichtausführung noch die Eignung für Ihre Aluminiumlegierung fest.

Dass konkrete Schichtsysteme unterschiedlich ausgelegt werden, zeigt beispielsweise BALINIT MAYURA von Oerlikon Balzers. Der Hersteller beschreibt diese kohlenstoffbasierte Beschichtung für die Bearbeitung von Nichteisenwerkstoffen und hebt eine glatte Oberfläche sowie eine dünne Schicht zur Erhaltung scharfer Schneidkanten hervor. Das sind Angaben zu diesem System – keine universellen Eigenschaften oder Leistungsnachweise für jedes DLC-Werkzeug. Oerlikon Balzers

Für die Auswahl benötigen Sie die Zuordnung zwischen Beschichtung, Werkzeugsubstrat, Schneidkante und Einsatzbedingungen. DLC, eine CVD-Diamantbeschichtung und ein PKD-Werkzeug dürfen dabei nicht gleichgesetzt werden.

Welche Legierung und Schmierung liegen vor?

Die Werkstoffbezeichnung muss genauer sein als „Aluminium“

Dokumentieren Sie die vollständige Legierungsbezeichnung und den Werkstoffzustand. Unterscheiden Sie außerdem zwischen Knet- und Gusswerkstoff und halten Sie bekannte Angaben zum Siliziumgehalt fest.

Sandvik Coromant weist in seinen Hinweisen zum Fräsen von Nichteisenwerkstoffen darauf hin, dass sich die Zerspanbarkeit mit dem Siliziumgehalt verändert. Für die dort beschriebene Aluminiumgruppe nennt der Hersteller Aufbauschneiden und Materialverschmierungen als relevante Ursachen für Grat- und Oberflächenprobleme. Daraus folgt jedoch keine allgemeine DLC-Empfehlung für sämtliche Aluminiumlegierungen. sandvik.coromant.com

Für Ihre Auswahl ist zunächst entscheidend, was den Prozess tatsächlich begrenzt: Materialanhaftung, abrasiver Verschleiß, Schneidenausbrüche oder ein anderes Problem.

Anhaftungen und Verschleiß getrennt beurteilen

Eine schlechte Oberfläche allein beweist noch keine Aufbauschneide. Prüfen Sie deshalb den zeitlichen Verlauf und das Schneidenbild:

  • Ist bereits das erste Bauteil auffällig oder verschlechtert sich das Ergebnis erst später?
  • Sind Anhaftungen an der Schneide erkennbar?
  • Liegen zusätzlich Ausbrüche oder verschlissene Bereiche vor?
  • Treten die Fehler an allen Flächen oder nur an bestimmten Bahnbereichen auf?
  • Stimmen die Beobachtungen mit Veränderungen bei Maß, Oberfläche oder Grat überein?

Fotografieren Sie das Werkzeug möglichst immer aus derselben Richtung und mit vergleichbarer Vergrößerung. Ordnen Sie jede Aufnahme dem Werkzeug, der bearbeiteten Menge und der betreffenden Operation zu.

DLC wird erst dann zu einem begründeten Prüfkandidaten, wenn die beobachtete Begrenzung zur vorgesehenen Anwendung des konkreten Werkzeugs passt. Es ersetzt keine Ursachenprüfung.

Schmierung und Spanabfuhr gehören zur Auswahl

Die Angabe „mit Kühlung“ reicht für einen Vergleich nicht aus. Wichtig ist, welches Medium verwendet wird, wo es austritt und ob es die kritische Schnittzone während der gesamten Bearbeitung erreicht.

Bei Taschen und Nuten sollten Sie zusätzlich beobachten, wohin die Späne gelangen. Eine gute Oberfläche hängt nicht nur vom Zustand der Schneide ab, sondern auch davon, ob bereits erzeugte Späne erneut in den Eingriff geraten. Sandvik betont für die Aluminiumzerspanung die Bedeutung von Spanbildung und Spanabfuhr zur Vermeidung von Kratzspuren. sandvik.coromant.com

Unterscheiden Sie Nassbearbeitung, Minimalmengenschmierung und reine Luftzufuhr. Luft kann beim Abtransport von Spänen helfen, ist aber keine gleichbedeutende Angabe für Schmierung.

Aus einer DLC-Beschichtung folgt auch keine automatische Freigabe für Trockenbearbeitung. Maßgeblich sind die Hinweise zum konkreten Werkzeug, das eingesetzte Medium und die tatsächliche Bearbeitung. Ändern Sie beim ersten Vergleich nicht gleichzeitig die Beschichtung und das gesamte Schmierkonzept, wenn Sie deren Einflüsse auseinanderhalten möchten.

Wann bleibt unbeschichtet sinnvoll?

Behalten Sie die vorhandene unbeschichtete Ausführung als Referenz, wenn sie Ihre Qualitäts- und Produktionsziele erreicht. Ein Wechsel braucht einen nachvollziehbaren Anlass, etwa häufige qualitätsbedingte Werkzeugwechsel, wiederkehrende Anhaftungen oder einen wirtschaftlich relevanten Prozessengpass.

Wenn Anhaftungen trotz geprüfter Schmierung und Spanabfuhr bestehen bleiben, kann eine passende DLC-Ausführung in einen Vergleich aufgenommen werden. Bei überwiegend abrasivem Verschleiß oder Schneidenausbrüchen muss dagegen zunächst geklärt werden, ob die betrachteten Werkzeuge überhaupt die richtigen Kandidaten sind.

Sobald Werkstoff, Bearbeitung und Schmierung feststehen, können Sie die Aluminiumfräser nach Bearbeitungsaufgabe und Spezifikation auswählen. Die konkrete Oberflächenausführung sollte anschließend zur ausgewählten Referenz bestätigt werden.

Nächster Schritt: Erst die tatsächliche Prozessbegrenzung bestätigen, dann entscheiden, ob eine DLC-Ausführung überhaupt verglichen werden soll.

Welche Grenzen gelten für die Ausführung?

Eine Beschichtung ersetzt keine passende Geometrie

Ein beschichteter Fräser bleibt an seine Geometrie und den vorgesehenen Einsatz gebunden. Wird eine Tasche durch Späne blockiert oder arbeitet das Werkzeug mit einer ungünstigen Auskragung, ist die Beschichtung allein keine ausreichende Korrekturmaßnahme.

Gehen Sie bei solchen Problemen in einer nachvollziehbaren Reihenfolge vor:

  1. Fehlerstelle und Zeitpunkt in der Bearbeitung zuordnen.
  2. Werkzeug auf Anhaftungen, Verschleiß und Ausbrüche prüfen.
  3. Aufnahme, Auskragung und montierten Rundlauf kontrollieren.
  4. Eingriff, Restmaterial und Spanabfuhr an der Fehlerstelle untersuchen.
  5. Eine begründete Änderung vornehmen und deren Wirkung dokumentieren.

Die Zähnezahl gehört zu den Vergleichsbedingungen. Wenn beim Wechsel auf DLC zugleich eine andere Zähnezahl, ein anderer Drall oder eine andere Spannutgeometrie gewählt wird, vergleichen Sie komplette Werkzeugausführungen. Ein Ergebnis lässt sich dann nicht ausschließlich der Beschichtung zuschreiben.

Abrasive Werkstoffe und besondere Eingriffe gesondert bewerten

Bei deutlich abrasiven Legierungen, Gussoberflächen, Einschlüssen oder wechselnden Eingriffsbedingungen genügt eine Auswahl nach dem Kriterium „weniger Anhaftung“ nicht.

Prüfen Sie dann, ob der Verschleißmechanismus eine andere Werkzeugausführung oder eine erweiterte Auswahl an Schneidstoffen erfordert. Die Entscheidung darf nicht auf eine pauschale Regel wie „Gussaluminium immer mit DLC“ reduziert werden.

Ebenso kann eine gute Erfahrung aus einer offenen Kontur nicht ungeprüft auf eine tiefe, geschlossene Tasche übertragen werden. Zugänglichkeit, Spanweg und Werkzeugreichweite müssen erneut betrachtet werden.

Das fertige Werkzeug ist die Vergleichsbasis

Vergleichen Sie die tatsächlich gelieferte Ausführung: Schneidendurchmesser, Schneidkante, Eckengeometrie, Beschichtungszustand und Oberflächenbehandlung.

Das ist besonders relevant, wenn kleine Konturen oder enge Maßanforderungen bearbeitet werden. Eine nominell identische Werkzeugbezeichnung ersetzt keine Prüfung der konkreten Referenz und ihrer Zeichnung.

Auch Nachschliff und Wiederbeschichtung sind gesonderte Fragen. Klären Sie vor der Kostenbewertung, ob diese Leistungen für das ausgewählte Werkzeug angeboten werden, welche Geometrie danach vorliegt und wie das Werkzeug erneut freigegeben wird. Ein nachgeschliffenes Werkzeug sollte nicht ohne Prüfung mit einem neuen Werkzeug gleichgesetzt werden.

Nächster Schritt: Spänestau, Rattern und Schneidenausbrüche zuerst über Eingriff, Werkzeugaufbau und Spanabfuhr untersuchen; ein Beschichtungswechsel ist dafür keine alleinige Lösung.

Wie wird ein fairer Vergleich durchgeführt?

Zuerst das Vergleichsziel festlegen

Es gibt zwei unterschiedliche Fragen:

„Welchen Einfluss hat die Beschichtung?“ Hier sollten Substrat, Geometrie, Schneidkantenpräparation, Politur und Prozessbedingungen möglichst gut übereinstimmen. Unvermeidbare Unterschiede müssen dokumentiert werden. Nur so lässt sich beurteilen, wie weit eine Aussage über den Beschichtungseinfluss überhaupt möglich ist.

„Welche Werkzeuglösung ist für unsere Produktion wirtschaftlicher?“ Hier dürfen die Kandidaten mit ihren jeweils geeigneten und freigegebenen Bedingungen arbeiten. Gleich bleiben müssen die Bauteilaufgabe, die Qualitätsanforderungen und die Bewertungsgrundlage. Das Ergebnis beschreibt die gesamte Lösung, nicht den isolierten Beitrag der DLC-Schicht.

Identische Schnittwerte sind deshalb nicht in jedem Vergleich automatisch fair. Unterschiedliche Schnittwerte erlauben umgekehrt keine eindeutige Aussage über die Beschichtung allein.

Bedingungen und Wechselkriterien vor dem Start festhalten

Legen Sie vor dem Versuch fest:

  • Materialcharge und Werkstoffzustand;
  • Bearbeitungsmerkmal, Ausgangsgeometrie und Aufmaß;
  • Werkzeugreferenz und Werkzeugzustand;
  • Maschine, Aufnahme, Auskragung und Rundlauf;
  • Schnittgeschwindigkeit, Zahnvorschub, axiale und radiale Zustellung;
  • Eintritt, Werkzeugweg und Restmaterialbearbeitung;
  • Kühl- oder Schmiermedium und Zuführung;
  • Messstellen, Messverfahren und Prüfintervalle;
  • Wechsel- und Abbruchkriterien.

Definieren Sie außerdem, wann ein Werkzeug als nicht mehr verwendbar gilt. Das kann beispielsweise das Erreichen einer vereinbarten Qualitätsgrenze sein. Vergleichen Sie nicht ein Werkzeug bis zum ersten Oberflächenfehler mit einem anderen bis zum Bruch.

Bei erkennbaren Ausbrüchen, nicht beherrschtem Spänestau oder überschrittenen Qualitätsgrenzen wird der Versuch nach den festgelegten Kriterien unterbrochen. Ein Weiterfahren liefert dann keinen brauchbaren Nachweis für einen wirtschaftlich nutzbaren Prozess.

Beispiel: Anhaftungen beim Fräsen einer Aluminiumtasche

Beispielhafter Prüfablauf – keine HC-Messdaten.

Eine Werkstatt bearbeitet Taschen in einem Aluminiumbauteil mit dokumentierter Legierung und bekanntem Zustand. Ein unbeschichteter VHM-Fräser erzeugt zunächst akzeptable Flächen. Später treten Anhaftungen an der Schneide und auffällige Bereiche an der Taschenwand auf.

Zunächst werden die betroffenen Flächen und das Schneidenbild dokumentiert. Anschließend prüft die Werkstatt die Schmierstoffzufuhr bis in die Tasche, den Spanabtransport und den Werkzeugweg an den auffälligen Stellen.

Zeigt sich dabei eine unzureichende Versorgung, wird diese korrigiert und die unbeschichtete Ausführung erneut bewertet. Damit entsteht eine brauchbare Referenz. Der ursprüngliche, fehlerhafte Prozess wäre kein sinnvoller Maßstab für einen Beschichtungsvergleich.

Bleiben Anhaftungen die Begrenzung, wird eine für die Legierung und Schmierung geeignete DLC-Ausführung ergänzt. Die Werkstatt vergleicht beide Kandidaten anhand derselben Bauteilmerkmale und dokumentiert alle Werkzeug- oder Parameterunterschiede.

Das Ergebnis kann zu verschiedenen Entscheidungen führen:

  • Die unbeschichtete Ausführung erreicht nach der Prozesskorrektur das Ziel und bleibt im Einsatz.
  • Die DLC-Ausführung zeigt einen nachvollziehbaren Vorteil und wird in einem erweiterten Versuch geprüft.
  • Beide Ausführungen verfehlen das Ziel; Geometrie, Strategie oder Werkzeugkonzept müssen erneut untersucht werden.

Vergleichsprotokoll für das eigene Bauteil

Leere Vergleichsvorlage – keine HC-Messdaten. Die folgende Tabelle dient dazu, Bedingungen und Ergebnisse am eigenen Bauteil nachvollziehbar gegenüberzustellen.

PrüffeldA: unbeschichtetB: DLC-beschichtet
Werkzeugreferenz und ZustandEintragenEintragen
Geometrie, Politur und SchneidkanteEintragenEintragen
Legierung, Zustand und ChargeEintragenEintragen
Maschine, Aufnahme und AuskragungEintragenEintragen
Schnittdaten und WerkzeugwegEintragenEintragen
Schmierung und SpanabfuhrEintragenEintragen
Anhaftungen und SchneidenzustandBeobachtung und Bild-IDBeobachtung und Bild-ID
Maß, Oberfläche und GratMessergebnis und PrüfzeitpunktMessergebnis und Prüfzeitpunkt
Gutteile bis zum WechselkriteriumEintragenEintragen
Zykluszeit und WechselaufwandEintragenEintragen
Abweichungen und EntscheidungEintragenEintragen

Die Anzahl der Werkzeuge, Wiederholungen und Bauteile wird entsprechend Prozessschwankung und Produktionsrisiko festgelegt. Ein einzelner erfolgreicher Lauf belegt noch keine dauerhaft reproduzierbare Verbesserung.

Kosten je Gutteil statt Werkzeugpreis allein

Für die wirtschaftliche Bewertung zählt, welche Kosten bis zum akzeptierten Bauteil entstehen. Berücksichtigen Sie den Werkzeugverbrauch, die normale Bearbeitungszeit, tatsächliche Wechselstillstände sowie zusätzliche Prüf-, Nacharbeits- oder Ausschusskosten.

Trennen Sie einmalige Umstellungskosten von laufenden Produktionskosten. Eine Programmanpassung oder ein Erstversuch fällt anders an als ein wiederkehrender Werkzeugwechsel. Bereits im Maschinenstundensatz enthaltene Kosten dürfen nicht nochmals angesetzt werden.

Wählen Sie für beide Kandidaten denselben Nenner: Gutteile nach denselben Abnahmekriterien. Eine höhere bearbeitete Stückzahl ist kein Vorteil, wenn ein Teil davon nicht verwendbar ist.

Bis die neue Ausführung freigegeben ist, bleiben die dokumentierte Referenz und eine Rückkehrmöglichkeit zum bisherigen Prozess erhalten.

Nächster Schritt: Vor dem Versuch festlegen, ob der isolierte Beschichtungseinfluss oder die wirtschaftlichere Gesamtlösung verglichen wird.

Welche Ausführung passt zu Ihrer Ausgangslage?

Die folgende Übersicht ist eine Auswahlhilfe, kein Leistungsversprechen für einen bestimmten Fräser.

AusgangslageSinnvoller nächster SchrittBedingung für die Entscheidung
Unbeschichteter Fräser erfüllt Qualität und ProduktionszielBestehende Ausführung beibehaltenReferenzdaten und Wechselkriterium dokumentieren
Anhaftungen begrenzen wiederholt die BearbeitungPassende DLC-Ausführung vergleichenSchmierung, Spanabfuhr und Schneidkante zuvor prüfen
Schmierstoff darf nur eingeschränkt eingesetzt werdenZulässige Ausführungen und Versorgung klärenKeine Trockenfreigabe allein aus „DLC“ ableiten
Abrasiver Verschleiß steht im VordergrundWerkstoff und Werkzeugkonzept neu bewertenNicht ausschließlich nach Antihaftwirkung auswählen
Spänestau, Rattern oder Ausbrüche bestimmen den ProzessUrsache im Eingriff und Werkzeugaufbau untersuchenBeschichtungswechsel nicht als alleinige Lösung behandeln
Legierung oder Schichtsystem sind unbekanntUnterlagen ergänzenNoch keine belastbare Ausführungsempfehlung möglich

Welche Angaben gehören in die Werkzeuganfrage?

Eine verwertbare Anfrage verbindet das Werkzeug mit seiner Aufgabe. Bereiten Sie dafür folgende Informationen vor:

  • Werkstoff: vollständige Legierung, Zustand und gegebenenfalls bekannte Angaben zum Siliziumgehalt.
  • Bauteil: Zeichnungsstand, Tasche, Nut oder Kontur sowie Maß-, Oberflächen- und Gratvorgaben.
  • Werkzeug: aktueller Hersteller und Referenz, Schneidendurchmesser, Schneidenlänge, Gesamtlänge, Schaft und Eckenform.
  • Oberflächenausführung: unbeschichtet oder beschichtet, bekannte Politurangaben und konkreter Beschichtungsname.
  • Prozess: Maschine, Aufnahme, Auskragung, Schnittdaten, Werkzeugweg und Schmierstoffzufuhr.
  • Begrenzung: Fehlerbild, Zeitpunkt des Auftretens, Fotos und bisheriges Wechselkriterium.
  • Bedarf: Versuchsumfang, Losgröße beziehungsweise wiederkehrende Menge und vorgesehene Abnahme.

Fehlende Angaben sollten als unbekannt gekennzeichnet werden. Eine vermutete Legierung oder Beschichtung kann die Vorauswahl in die falsche Richtung lenken.

HC-Werkzeugauswahl auf Basis Ihrer Zeichnung

Die HC-Auswahlübersicht für CNC-Fräser hilft bei der Einordnung von Bearbeitungsaufgabe und Werkzeugform. Für Aluminium werden anschließend Geometrie, Reichweite, Spanraum, Politur und Kühlung auf den konkreten Einsatz bezogen.

Ob eine unbeschichtete oder DLC-beschichtete Ausführung für die ausgewählte Referenz verfügbar und geeignet ist, muss anhand ihrer technischen Angaben bestätigt werden. Die Nennung einer Beschichtungsoption in einer Produktübersicht bedeutet nicht, dass jede Kombination aus Durchmesser, Länge und Geometrie verfügbar ist.

Für eine technische Anfrage sind Zeichnung, Werkstoff, Qualitätsziel, Maschine und Menge die Grundlage. Liegt bereits ein Bearbeitungsproblem vor, ergänzen Sie die aktuellen Bedingungen und das beobachtete Fehlerbild.

Zeichnung zur Werkzeugauswahl senden

Als Betreff eignet sich: Aluminiumfräser unbeschichtet oder DLC – Auswahl für [Legierung und Bearbeitung].

Häufige Fragen zu unbeschichteten und DLC-beschichteten Aluminiumfräsern

Welche Angaben fehlen für eine belastbare Auswahl?

„Aluminium“ und ein Werkzeugdurchmesser reichen nicht aus. Benötigt werden die genaue Legierung und ihr Zustand, die Bearbeitungsaufgabe, die Schmierung sowie das Qualitätsziel. Bei einem bestehenden Prozess kommen die aktuelle Werkzeugausführung und die tatsächliche Begrenzung hinzu. Fehlt die genaue DLC-Spezifikation, lässt sich auch die Eignung dieser Ausführung nicht zuverlässig beurteilen.

Wann gilt die Empfehlung nicht?

Eine Empfehlung muss neu geprüft werden, wenn sich Materialzustand, Werkzeuggeometrie, Eingriff, Auskragung oder Schmierung ändern. Besonders wichtig ist das, wenn die ursprüngliche Auswahl wegen Anhaftungen erfolgte, der neue Prozess aber überwiegend durch Ausbrüche, Spänestau oder abrasiven Verschleiß begrenzt wird. Die frühere Entscheidung beantwortet dann nicht mehr dieselbe Aufgabe.

Wie wird das Ergebnis an meinem Bauteil bestätigt?

Vergleichen Sie eine dokumentierte Referenz mit dem Kandidaten an der tatsächlichen Legierung und den kritischen Bearbeitungsmerkmalen. Verwenden Sie dieselben Abnahmekriterien und erfassen Sie Maß, Oberfläche, Grat, Schneidenzustand und Gutteilmenge über den Versuch hinweg. Erst nach ausreichender Wiederholung und Prüfung der relevanten Produktionsbedingungen wird entschieden, ob der Kandidat freigegeben werden kann.

Kann ein DLC-beschichteter Fräser gleichzeitig polierte Spannuten haben?

Ja. Politur beschreibt die Bearbeitung bestimmter Werkzeugflächen, DLC die Beschichtung. Beide Merkmale können bei einem Werkzeug kombiniert sein. Entscheidend ist die dokumentierte Ausführung des fertigen Fräsers; aus einem Produktfoto allein lassen sich die Behandlungsfolge und der Zustand der einzelnen Flächen nicht ableiten. www.hoffmann-group.com

Quellen und weiterführende Informationen

Cluster: Aluminium fräsen · CNC-Fräser auswählen

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